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Es regnet. Das ist eigentlich nichts Außergewöhnliches. Aus Sicht eines Landwirts ist es sogar erwünscht, dass der liebe Petrus ab und zu seine Gießkanne schwingt.

 

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Es regnet. Das ist eigentlich nichts Außergewöhnliches. Aus Sicht eines Landwirts ist es sogar erwünscht, dass der liebe Petrus ab und zu seine Gießkanne schwingt. Ohne Regen wächst nichts. So einfach ist das.

Aus dem Blickwinkel eines Urlaubsgastes sieht das allerdings völlig anders aus. Der Feriengast möchte mit seiner Familie die schönsten Tage des Jahres am liebsten im Sonnenschein verbringen. Am Badesee liegen, im Freien Grillen, und sonnengebräunt nach Hause kommen. Das ist Urlaub.

Wie gesagt: es regnet. Das Tiefdruckgebiet hat sich schon lange angekündigt. Es hat sogar einen Namen, es heißt Regina. Schon seit Tagen gießt es wie aus Eimern. Das Schlechtwetterprogramm unserer Feriengäste ist schon sehr weit ausgereizt. Wandern bei Regen macht den Kindern keinen Spaß. Auf Schloß Neuschwanstein und im Hallenbad waren sie schon. Und beim Thema „Shopping“ bekommt das Familienoberhaupt eine Krise. Postkarten sind schon geschrieben, und öde herumsitzen, das bringt auch nichts.

Jetzt ist guter Rat teuer: In diesem Augenblick ist der Vermieter gefragt. In diesem Moment sind ungewöhnliche Ideen gefragt. Das sind Ideen, die dazu führen, dass die Urlaubsgäste ihren Freunden daheim erzählen: wir hatten zwar ein Sauwetter, aber der Urlaub war trotzdem der Hammer.

Was also tun? Wie kann ich die Gäste mobilisieren? Wie hole ich die Gäste vom Sofa? Ganz einfach, in dem ich die Kinder begeistere. Auf einem Bauernhof ist das natürlich eine Fahrt mit dem Traktor. Und wenn schon, dann mit dem ganz Großen. Dem Neuen. Und warum nicht einfach ganz banal zum Fische füttern?

Fische füttern4.klein

Eine Fahrt mit dem neuen Traktor

Schon mittags erzähle ich dem Jungen von der Wohnung „Seeblick“ ob er mit dem neuen Fendt mitfahren möchte. „Ja klar, da bin ich sofort dabei. Wann fahren wir los?“ „Noch nicht, “ entgegne ich ihm. Ich muss erst die Kühe melken, aber danach ziehe ich mich um, und wir beide fahren zum Fischteich. „Hast du noch trockenes Brot oder Semmeln?“ frage ich ihn. Frag doch mal deine Mami. Wenn sie kein altes Brot hat , dann schauen wir mal zum Hühnerstall. Dort liegt sicher welches. Eine halbe Stunde vor Abfahrt steht der Junge schon mit einer Tüte voll Trockenbrot vor der Maschinenhalle. Er kann es vor Ungeduld bald nicht mehr aushalten. Mit Matschhose, Gummistiefel und Regenjacke ausgerüstet besteigen wir den Traktor.

Er darf vorne bei mir sitzen. Sobald wir auf dem Feldweg fahren, darf er auch lenken. Die Kinderaugen strahlen….. Nach kurzer Zeit sind wir am Fischteich angekommen. Noch sehen wir keine Fische. Die Fische schwimmen tief. Anscheinend mögen sie es auch nicht, wenn es ins Wasser tröpfelt.

Ich zerbrösele meinem Beifahrer die ersten Brötchen. Mit seinen Kinderhänden schafft er das noch nicht. Die kleinen Brocken darf er dann mit Schwung ins Wasser werfen. Noch tut sich nichts, aber sobald der erste Fisch an die Oberfläche kommt geht es los. Er schnappt sich das Brot und verschwindet damit. Dass es was Gutes zu fressen gibt, das spricht sich anscheinend herum. Plötzlich wimmelt es von Fischen. Ich komme gar nicht mehr hinterher mit dem Brot verkrümeln…. Voller Begeisterung schleudert mein kleiner Begleiter die Brotreste über das Ufer. Solange, bis die Tüte leer ist. Wir beide schauen den Fischen noch eine Weile hinterher und machen uns wieder auf den Heimweg. Lenken darf er natürlich auch wieder, mein Copilot. Zuhause erwarten uns schon die Eltern. Ihr glaubt ja nicht, was der kleine Junge heute alles zu erzählen hat. Sicher schläft er bald ein, träumt vom Traktorfahren und den vielen Fischen und berichtet am Tag darauf per Telefon der Oma und dem Opa, was er alles mit Bauer Franz erlebt hat.

 

By | 2017-06-27T14:26:01+00:00 Juli 17th, 2016|Allgemein, News|