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Ungefähr im halbjährlichen Rhythmus ereilt mich die freundliche Einladung meiner Frau, sie nach Füssen zum Einkaufen zu begleiten.

 

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Ungefähr im halbjährlichen Rhythmus ereilt mich die freundliche Einladung meiner Frau, sie nach Füssen zum Einkaufen zu begleiten. Wenn ich ihre Worte höre: „Franz, du brauchst a neues Häs“ ( Gewand, in Hochdeutsch) dauert es nicht mehr lange.
Vorige Woche war es dann soweit.
Hochmotiviert und in bester Kauflaune, wohlwissend dass zu Hause ein Haufen Arbeit liegen bleibt, bestieg ich unser Auto und chauffierte meine Frau in die Stadt.
Schon am Ortsschild, die Karawane vor mir betrachtend, beschlich mich die Ahnung: „Bauer Franz, das ist nicht dein Tag.“ Nach unendlichem Suchen erscheint der ersehnte Parkplatz. Natürlich weitab jeglicher Zivilisation. Das heißt Fußmarsch in Richtung Innenstadt. Den Menschenmassen folgend schreiten wir in die Fußgängerzone. Die Unterhaltung beschränkt sich auf das Notwendigste.

Einkaufen ist halt nichts für Männer.

Mein Gesicht erhellt sich erst, als ich die Eisdiele erkenne. Drei Kugeln Eis in der Waffel. Das muss einfach sein, das hebt die Stimmung.
Frisch gestärkt geht es nun von einem Bekleidungsgeschäft ins nächste. Die eine Hose zwickt, die andere ist zu kurz, und dort ist das Hemd zu bunt. Mit großer Geduld und freundlicher Mine präsentiert mir eine nette Verkäuferin im letzten Geschäft ein Häs, das meinen Vorstellungen entspricht. So, das war´s jetzt wieder für ein halbes Jahr, denke ich mir.
Mit vollbepackten Einkaufstüten verlassen wir den Laden in Richtung Drogerie.  Meine Frau ist auf der Suche nach Kosmetikartikeln. Damit die Zeit einigermaßen sinnvoll vergeht, schlendere ich durch die Regale und spähe nach Zahnpasta mit biologischem Hintergrund.

Auf einmal sehe ich das Glücksgefühl

Unscheinbar, versteckt zwischen allerlei Deo´s entdecke ich plötzlich das Glücksgefühl. Ich wundere mich, was die Kosmetikindustrie  alles herstellen kann. Und   so bequem zum Auftragen auf die Haut…. Ich bin begeistert. In dieser Firma müssen schon sehr intelligente Leute arbeiten, die es fertig bringen, das Glück in so eine kleine Glasflaschen abzufüllen. Woher die das wohl zukaufen? Oder stellen die das selber her, so ähnlich wie bei der Homöopathie? Fragen über Fragen.
Mein Entschluss steht aber fest: Das will ich unbedingt probieren. Ob das wirklich hilft, wenn ich mir das Deo unter die Arme schmiere. Ich suche mir einen Tag raus, an dem ich geladen bin. Wenn mich irgendwas besonders ärgert. Und dann geh ich ins Bad und probiere das aus.

Der passende Tag ist gekommen

Es hat zwar eine Weile gedauert, aber irgendwann war er da. Der Tag, an dem alles schief ging, was schiefgehen konnte. Irgendwann  erinnerte ich mich an mein Glücksgefühl, das so einsam im Badschrank stand, und das ich doch ausprobieren wollte.
Missmutig stiefelte ich ins Bad und forschte nach dem Deo Fläschchen. Oberkörper frei, und los geht’s. Jetzt nicht sparen, denn viel hilft ja bekanntlich viel.

Wie die Geschichte ausgegangen ist, das kann ich euch noch nicht berichten.
Ich  vermute, das dauert eine Weile, bis das Glücksgefühl wirkt. Inkubationszeit heißt das, soweit ich mich erinnern kann.
Meine Frau hat mich dann im Bad stehen sehen, mir ins Gesicht gesehen und gemeint:
„Franz, komm zu mir in die Küche, trinken wir an Kaffee und essen einen Faschingskrapfen. Dann sieht die Welt wieder anders aus.“

Und da war es, das Glücksgefühl……….

 

By | 2017-06-27T14:20:55+00:00 Februar 7th, 2016|Allgemein|