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Ökologische Landwirtschaft
Nachhaltigkeit 2018-02-04T10:59:34+00:00

DAS THEMA NACHHALTIGKEIT

Ist für uns nicht Neues

Es beschäftigt die Familie Kinker schon seit Generationen.

Es beschäftigt die Familie Kinker schon seit Generationen. Was früher eine Selbstverständlichkeit war, nämlich Erzeugnisse und Dienstleistungen vor Ort zu nutzen, das hat sich, so wie ich es beobachte, in letzter Zeit stark gewandelt.

Diesem Trend sind wir nicht gefolgt. Unser Motto lautet: Global denken – regional handeln.

Genau genommen kommt das Wort „Nachhaltigkeit“ aus der Forstwirtschaft. Vor über 300 Jahren machte sich Hans Carl von Carlowitz https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Carl_von_Carlowitz Gedanken, wie sich der Raubbau im Wald eindämmen ließe. Zum Glück fand der Visionär damals viele Gleichgesinnte, und so kam es, dass sich dieses  Prinzip flächig ausbreitete. In der Forstwirtschaft ist es mittlerweile üblich, dass nur so viel Holz genutzt wird, wie auch langfristig nachwächst.

Bunt gemischt sollte es sein

Bereits im zarten Alter von 16 Jahren hat mir mein Vater die Bewirtschaftung unseres 10 Hektar grossen Waldes übertragen. In meinem jugendlichen Tatendrang pflanzte ich ein buntes Potpourri von allen möglichen Baumarten, die in unsere Region passten. Mein vorrangiges Ziel war es, den Hang- Schutzwald, der 50% unserer Waldfläche ausmacht,

zu stabilisieren und mit Mischbaumarten zu verjüngen. Mühsam baute ich Wildschutzzäune, pflanzte Weißtannen, Bergahorn, Eschen, Buchen und Roterlen unter dem Schirm der Altbäume. Trotz Problemen mit hohem Wildbestand und Hangrutschungen gab ich nicht auf. Heute freue ich mich, wenn mich am Waldrand die Lärchen begrüßen, und wenn ich an ein paar markanten Stellen meine Exoten, die Mammutbäume entdecke.

Der Wald dient uns als wichtiger CO2-neutraler Rohstofflieferant für Baumaßnahmen auf dem Hof, und täglich wächst in ihm neues  Heizmaterial für unsere Hackschnitzelheizung.

Ökologische Landwirtschaft

Ökologische Landwirtschaft

Bereits im Jahre 1988 stellte mein Vater Hans die Weichen für eine Ökologisierung unseres Grünlandbetriebes. Er nahm am Kulturlandschaftsprogramm teil, das der Freistaat Bayern ins Leben rief. Die endgültige Entscheidung, auf Bio umzustellen, fällten meine Frau Irmi und ich im Jahre 1998. Das mulmige Gefühl, für viele Jahre der einzige Biobauer der ganzen Gemeinde zu sein, das legte sich mit der Zeit. Wir haben unseren Entschluss nicht bereut, und sind froh, dass wir diesen Weg eingeschlagen haben.

Stillstand ist Rückschritt

Diesen Satz habe ich irgendwann mal aufgeschnappt, verinnerlicht, und im Lauf der Jahre konsequent umgesetzt. Nicht immer zur Freude meiner Familie, denn es wurde jedes Jahr etwas gebaut. Immer gab es Dreck, Bauschutt und Staub. Was für den Mann eine Herausforderung ist, ist für die Frau meist ein Albtraum. Unser erstes Ziel  war, die Ferienwohnungen zu renovieren. Modern und komfortabel sollten sie werden, damit sich die Gäste wohlfühlen. Wir dachten aber nicht nur an das Wohlergehen der  Urlaubsgäste, sondern auch an uns selbst. Das mühsame Heizen des Hauses vom Küchenherd aus sollte ein Ende haben. Deshalb kauften wir uns im Jahr 1996 eine moderne Hackschnitzelheizung, die den Holz-Brennstoff automatisch zuführt. Damit die Sonne, die bei uns im Allgäu fleißig scheint, nicht unnütz auf das Dach strahlt, installierten wir Sonnenkollektoren um das Brauchwasser aufzuheizen.

Das Zeitalter der Fotovoltaik

Mein Bestreben, unseren Hof möglichst Energie-autark zu betreiben, kam ich näher durch die Montage der ersten PV- Anlage auf der Maschinenhalle. Im Jahr 2009 war es nicht gerade billig, sich so eine Anlage zu leisten. Allerdings war ich überzeugt, dass diese Form der Energiegewinnung die zukunftsweisende, und folglich die Richtige ist.

Die Begeisterung für die Nutzung der Sonnenenergie war nicht aufzuhalten, sodass  mittlerweile drei Anlagen mit einer Gesamtleistung von 50 kwp auf den Dächern liegen. Momentan nutzen wir einen Anteil von ca. 30% des erzeugten Stromes selber. Diesen Anteil möchte ich deutlich erhöhen, durch den Einsatz eines Batteriespeichers, dessen Kauf kurz bevorsteht. Bewusst haben wir uns im Jahr 2012 dafür entschieden, dass die fehlende Energie, die wir zukaufen, zu 100% aus erneuerbaren Energien stammt.

Ladestation und Elektromobilität

Der Anfang ist gemacht: Im Dezenber 2017 installierte die uns zuverlässig betreuende Firma www.epple-energie.de die erste www.Tesla.com  Ladestation in der Autogarage. Zwei weitere, öffentliche Ladestationen sorgen ab kommendem Frühjahr dafür, dass Gäste, die mit einem Elektrofahrzeug anreisen, bequem am Parkplatz vor dem Haus aufladen können. Irmi, die umweltbewusste Bäuerin, nutzt für die täglichen Fahrten zum Badesee während des Sommers mit Begeisterung ihr E-Bike.

Aus dem eigenen Garten- regional, saisonal und bio

Meine Frau kocht nicht nur leidenschaftlich gerne, sie legt auch Wert darauf, dass regionale Speisen auf den Tisch kommen. Sie stöbert in alten Kochbüchern, und findet dabei Gerichte, die schon unsere Vorfahren zubereitet haben. Einfach, schmackhaft und der Jahreszeit entsprechend. Viele der Zutaten baut sie im eigenen Gemüsegarten an. Klimafreundlicher geht es nicht mehr, denn die Transportwege belaufen sich hier auf maximal 20 Meter. Auch die Äpfel, die auf den Streuobstbäumen wachsen, reisen nicht um die Welt. Wir lesen sie im Herbst, und lassen sie in der Dorf- Kelterei zu köstlichem Apfelsaft pressen. Aus der Dorf-Bäckerei Strobel stammen übrigens auch die leckeren Brötchen, die unsere Gäste täglich zum Frühstück bekommen. Generell orientieren wir uns an den Geschäften aus der nahen Umgebung. Man kennt sich, und wenn es Probleme gibt, hat man einen Ansprechpartner. Auch bei der Einrichtung der Ferienwohnungen arbeiten wir gerne mit örtlichen Handwerkern zusammen, wie z.B. der Schreinerei Reitebuch www.reitebuch.de , die herrlich duftende Zirbenholzmöbel herstellt. Einen besonderen Menschen möchte ich noch erwähnen, den Günther Grass www.bioweingrass.de.

Günther beliefert uns schon seit Jahren mit erlesenen Bioweinen und allerlei Bio- Lebensmitteln. Was mir an ihm besonders gefällt, ist die Tatsache, dass er seinen Lieferanten einen fairen Preis bezahlt.

Ökonomie und Hofnachfolge

Zum Thema Nachhaltigkeit gehören auch die Bereiche Ökonomie und Soziales. Für mich sind das entscheidende Faktoren. Ein Bauernhof ist nichts anderes als ein Unternehmen. Es muss profitabel geführt werden, damit die nächste Generation Interesse daran hat, es weiterzuführen. Hier sehe ich bei vielen Betrieben ein grosses Problem. Viele Krisen haben dazu geführt, dass die Mehrzahl meiner Kollegen nicht das nötige Eigenkapital zur Verfügung hat, um den Betrieb fit für die Zukunft zu machen. Aufgrund vorausschauender Denkweise haben wir es geschafft, eine ideale Kombination aus Bio-Landwirtschaft und Tourismus auf die Beine zu stellen. Wenn alles nach Plan läuft, möchten wir unserem Sohn später einen ertragreichen Betrieb übergeben, mit dem er seine Familie ernähren kann.

Soziales

Zum Ganzheitlichen Denken gehören auch  soziale Aspekte. Es versteht sich von selbst, dass unsere Mitarbeiter leistungsgerecht entlohnt werden, dass sie vernünftige Arbeitsbedingungen vorfinden, und sich ausreichend erholen  können. Gemäß unserem Motto: Globales Denken unterstützen wir in regelmäßigen Abständen in Form von finanzieller Hilfe das Projekt www.Jiamini-cbo.org, das sich in Kenia um sozial benachteiligten Straßenkinder kümmert, und ihnen den Start in ein vernünftiges Leben ermöglicht.

Nicht nur in Entwicklungsländern, auch vor der eigenen Haustüre lässt sich Gutes tun. Als der Umbau unseres alten Stalles anstand, machten wir uns Gedanken über die Nutzung des Gebäudes. Das Sinnvollste, so schien es uns, wäre der Bau von Ferienwohnungen. Die Wohnung im Erdgeschoß eignete sich aufgrund ihrer Größe perfekt zur  barrierefreien Gestaltung. Den Entschluss,  diese Räumlichkeiten an die Bedürfnisse von Personen mit Handicap anzupassen, haben wir noch nie bereut. Die Gäste sind so dankbar dafür, ein Quartier gefunden zu haben, mit dem sie gut zurechtkommen.

Am Ende meiner Ausführungen möchte ich noch erwähnen, dass wir jungen Menschen einen Einblick in unser bäuerliches Leben ermöglichen. Im Rahmen von Praktikas lernen Jugendliche aus Waldorfschulen den Umgang mit Tieren, Menschen, Maschinen, dem Kochtopf und den Gartenwerkzeugen.
Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft. Es ist unsere Aufgabe, ihnen entsprechendes Wissen mit auf den Weg zu geben.